Hashcats-Mining hat sich innerhalb weniger Stunden zu einem der ungewöhnlichsten Phänomene der Kryptobranche entwickelt: eine Sammlung von Pixelkatzen, die weder aus einem Katalog gekauft noch über einen gewöhnlichen Mint verteilt werden. Jedes Exemplar entsteht erst dann, wenn ein Miner im Browser einen gültigen Hash findet. Der Wettbewerb hat das Interesse an GPUs angefacht und laut Berichten von Marktteilnehmern viele Nutzer dazu veranlasst, auf Computing-Marktplätzen wie Vast.ai nach zusätzlicher Rechenleistung zu suchen.
Dieser Zusammenhang ist allerdings mit Vorsicht zu bewerten. Hashcats veröffentlicht keine verifizierten Statistiken zu den über Vast.ai abgewickelten Anmietungen, während sich Preise und Verfügbarkeit auf einem solchen Marktplatz fortlaufend ändern. Sachgerecht ist daher, von einem sichtbaren Wettlauf um Rechenleistung zu sprechen – nicht aber, jede Bewegung am GPU-Markt einem einzigen Projekt zuzuschreiben. Interessant ist vielmehr, dass Hashcats das Prägen eines NFTs in einen browserbasierten Proof-of-Work-Wettbewerb verwandelt hat.
Was ist Hashcats und warum sorgt das Projekt für Aufmerksamkeit?
Die offizielle Website beschreibt Hashcats als eine Sammlung von 16.384 per Proof of Work auf der Robinhood Chain geschürften Pixelkatzen, deren Bilder, Merkmale und Farbpaletten im Speicher des Smart Contracts hinterlegt sind. Die Dokumentation der Anwendung stellt zudem klar, dass es keine Funktion für einen Primärverkauf gibt: Eine Katze wird ausschließlich dann erzeugt, wenn ein Hash unter dem aktuellen Zielwert liegt und der Miner den für die jeweilige Epoche geltenden Einstiegspreis bezahlt.
Der Browser kombiniert die Adresse des Miners, eine Nonce, die mit der vorherigen Katze verknüpfte Arbeit und den Hash eines kürzlich erzeugten Blocks. Weil die Adresse Bestandteil des Nachweises ist, kann ein anderer Nutzer die Lösung nicht einfach kopieren. Sobald ein gültiges Ergebnis gefunden wurde, endet die Rechenarbeit und der Nutzer muss die Transaktion in seiner Wallet bestätigen, um den neuen Hashcat zu beanspruchen.
Warum GPUs den Unterschied machen
Hashcats kann CPU und WebAssembly nutzen, die Oberfläche bietet jedoch auch einen WebGPU-Modus. Eine Grafikkarte kann dadurch deutlich mehr Keccak-Versuche parallel ausführen als die universell ausgelegten Kerne einer CPU. Die Dokumentation nennt dazu ein anschauliches Beispiel: Eine GTX 1050 Ti aus dem Jahr 2016 soll etwa das 43-Fache der Rechenleistung eines einzelnen Kerns des verwendeten Testsystems erreichen. Das ist kein allgemein gültiger Benchmark, erklärt aber, warum sich der Wettbewerb so schnell auf GPUs verlagert hat.
Profitabel wird dadurch jedoch nicht automatisch jede Grafikkarte. Entscheidend ist das Verhältnis zwischen Hashrate, Schwierigkeit, Stromkosten beziehungsweise Stundenpreis, Einstiegspreis und der Wahrscheinlichkeit, die Lösung vor den anderen Teilnehmern zu finden. Eine hohe Hashrate erhöht die Chancen, garantiert aber nicht die nächste Katze.
Der Ansturm auf GPU-Instanzen bei Vast.ai
Wenn eine Mining-Aktivität plötzlich an Fahrt gewinnt, lässt sich über die Cloud zusätzliche Leistung bereitstellen, ohne eigene Hardware zu kaufen. Hier kommen Marktplätze wie Vast.ai ins Spiel, auf denen Betreiber GPUs zu variablen Preisen anbieten. Wer mehr über Instanzen, Nebenkosten und Mietmodelle erfahren möchte, findet die wichtigsten Details in unserem ausführlichen Leitfaden zu Vast.ai.
Ein abrupter Nachfrageanstieg kann die Verfügbarkeit jener Karten verringern, die das beste Verhältnis zwischen Preis und Hashrate bieten, und die verbleibenden Angebote unattraktiver machen. Einen offiziellen „Hashcats-Preis“ gibt es jedoch nicht: Vast.ai ist ein dynamischer Markt, der auch für künstliche Intelligenz, Rendering und andere Workloads genutzt wird. Wer die tatsächliche Lage beurteilen will, muss die zum geplanten Mining-Zeitpunkt verfügbaren Angebote vergleichen und neben den GPU-Kosten auch Speicher und Bandbreite berücksichtigen.
Hinweis: Bei dem folgenden Link handelt es sich um einen Empfehlungslink. CryptoRoad kann im Rahmen der Programmbedingungen eine Vergütung erhalten, ohne dass sich der Preis der Instanz dadurch ändert: verfügbare GPUs auf Vast.ai vergleichen.
Steigende Schwierigkeit, Epochen und Rent
Was Hashcats komplexer als einen gewöhnlichen Mint macht, ist seine Ökonomie. Laut Dokumentation steigen Rechenaufwand, Einstiegspreis und Größe der Epochen nach fest programmierten Regeln. Mit jeder Epoche verdoppelt sich die Mindestarbeit; zudem kann eine schnelle Abfolge neuer Mints den Zielwert weiter verschärfen. Findet über einen bestimmten Zeitraum kein Mining statt, greift dagegen ein Sicherheitsmechanismus, der den Arbeitsaufwand innerhalb definierter Grenzen reduziert.
Ein Teil des von neuen Minern gezahlten Preises wird als Rent an die Eigentümer früherer Katzen ausgeschüttet, während ein weiterer Anteil an den im Protokoll vorgesehenen Hook fließt. Der Anspruch auf Rent ist an das NFT gebunden: Wird eine Katze verkauft, geht auch der noch nicht abgerufene Anteil auf den neuen Eigentümer über. Hinzu kommt ein endgültiger Burn-Mechanismus, der künftige Einnahmen beendet und die anschließende Verteilung verändert.
Das darf nicht mit einer garantierten Rendite verwechselt werden. Die Rent hängt von weiteren Mints ab; lässt das Interesse nach, versiegt auch der Geldfluss. Es handelt sich um eine reflexive Struktur, in der neue Nachfrage, Rechenkosten und Marktwert der NFTs wechselseitig aufeinander einwirken.
Hat Hashcats tatsächlich ein maximales Angebot?
An diesem Punkt unterscheiden sich die Kurzbeschreibung auf der Website und die in den Unterlagen erläuterte Dynamik. Auf der Startseite ist von 16.384 Pixelkatzen die Rede, die technische Dokumentation erklärt jedoch, dass der Smart Contract keine harte Obergrenze durchsetzt und der Rechenaufwand jenseits einer bestimmten Schwelle quadratisch steigt. Die Entwickler gehen davon aus, dass das Tempo bei etwa 17.000 bis 20.000 Exemplaren prohibitiv wird. Begrenzt würde die Sammlung demnach durch die Rechenkosten – nicht durch einen Zähler, der den Mint beendet.
Lohnt es sich, für das Mining eine GPU zu mieten?
Vor dem Start einer Instanz sollten mindestens vier Faktoren kalkuliert werden: die tatsächliche Hashrate der Software, die aktuelle Schwierigkeit, die gesamten Kosten pro Stunde und ein realistischer Wert für eine möglicherweise geschürfte Katze. Hinzu kommt das operative Risiko: WebGPU-Kompatibilität, Einrichtung eines Remote-Browsers, Unterbrechungen der Instanz und der Zeitaufwand für die Vorbereitung.
- Die Rentabilität nicht aus einem Screenshot oder einem einzelnen glücklichen Mint ableiten.
- Für den ersten Test ein maximales Budget und eine kurze Laufzeit festlegen.
- Prüfen, ob die GPU tatsächlich ausgelastet wird, und die Hashrate messen.
- Nach jeder Erhöhung der Schwierigkeit oder des Tarifs den Break-even neu berechnen.
- Das NFT als illiquide betrachten, solange keine überprüfbare Nachfrage am Sekundärmarkt besteht.
Das Hashcats-Phänomen zeigt, wie schnell eine Onchain-Anwendung Nachfrage auf externe Infrastrukturen verlagern kann. Zugleich ist es ein bemerkenswerter Fall für den DePIN-Sektor: Verteilte Rechenkapazität, Krypto-Anreize und Cloud-Marktplätze treffen in ein und demselben Experiment aufeinander. Gerade die Geschwindigkeit dieser Entwicklung verlangt jedoch Disziplin. Wenn alle nach GPUs suchen, kann der anfängliche Vorteil bereits in den Mietpreisen enthalten sein.
Worauf in den kommenden Tagen zu achten ist
Die aussagekräftigsten Signale werden das Tempo neuer Mints, die Entwicklung des Zielwerts, die Tiefe des Sekundärmarkts und die Verfügbarkeit der effizientesten GPUs sein. Verlangsamt sich das Mining, während die Cloud-Tarife hoch bleiben, schrumpft die Rentabilität. Steigen dagegen Nachfrage und Liquidität der Hashcats gemeinsam, kann der Wettbewerb anhalten – allerdings mit einem zunehmend höheren Risikoprofil.
Hashcats ist somit nicht bloß „ein weiteres NFT“, sondern ein Experiment, das browserbasierten Proof of Work, knappe Rechenleistung und von künftiger Aktivität abhängige Erträge miteinander verknüpft. Genau deshalb sollte es als hochvolatiler Markt betrachtet werden und nicht als automatische Ertragsmaschine.
